Für die bunte butze sind verschiedene Wege des Mitmachens möglich – manche sogar unerlässlich. Der butzeKern gründete zu Beginn eine GmbH (zukünftig: Genossenschaft), um gemeinschaftlich die Verantwortung für Haus – Eigentum und Entwicklung – zu übernehmen. Entgegen der üblichen Eigentümer*innenstrukturen ist es nicht unsere Absicht, mit diesem Eigentum Gewinn zu erwirtschaften oder Besitz zu binden. Vielmehr haben wir uns für die GmbH- bzw. Genossenschaftsstruktur entschlossen, um uns als Privatpersonen rechtlich wie finanziell abzusichern, außerdem um eine Rechtsform anzunehmen, die Fördermittel einwerben kann und zuletzt auch, um Mitwirkung zu ermöglichen.

Mitfinanzieren

Anders als viele andere Hausbesitzenden haben die Familien des butzeKerns kein nennenswertes Eigenkapital und auch keine Mäzen*innen zu verzeichnen, als dass wir das Objekt selbst und unabhängig hätten kaufen können. Ganz zu schweigen von den Kosten für die Sanierung und Entwicklung. Der butzeKern hat die Konten geplündert, um eine GmbH mit Kapitaleinlage zu gründen. Gespräche mit verschiedenen sanierenden Gewerken sind geführt, Gutachten eingeholt und die Zusage für einen Bankkredit liegt uns ebenfalls vor.

Jetzt sollte uns jemand fragen: „Ok, warte mal: Ihr habt alles, was ihr besitzt, in die Grundlage gesteckt. Wie soll denn jetzt aber das Haus umgebaut und der Kredit abbezahlt werden?“ – Wir antworten dann: „Danke, dass du uns fragst! Natürlich hat unser Brain Falk sämtiche Kosten in Absprache mit Fachmenschen grob kalkuliert und vorausgeplant – wir können also mit den Einnahmen des Hauses innerhalb von 30 Jahren den Kredit des Hauses abbezahlen. Aber du hast recht – das Geld für die Sanierung ist da noch gar nicht drin. Hier sind wir angewiesen auf andere Menschen, die unsere Idee auch umwerfend/ grandios/ sinnvoll/ zukunftsweisend oder einfach finanziell durchdacht finden. Diesen Menschen, egal welcher Einkommenshöhe, können wir einen Direktkreditvertrag anbieten.

Nochmal in kurz:

Direktkredit Varianten    
Höhe mind. 500,-€   max. 100.000,-€
Zinssatz 0,25% > 0,5% > 1%
Laufzeit mind. 1 Jahr    

 

Das bedeutet: wer vom Projekt überzeugt ist, uns unterstützen möchte und/oder möglich machen will, dass in Stadtfeld weiterhin bezahlbarer Wohnraum mit einem umfassend sozialen, gesellschaftlichen, nachhaltigen (etc.) Konzept entsteht, kann uns zwischen 500,-€ und Summe X leihen. Den Zeitraum legt er*sie selbst fest, ebenso einen Zinssatz (frei wählbar zwischen 0,25% und 1% pro Jahr – ohne Abzüge, wie bei Banken üblich) und hat dadurch die Chance, mit der Co-Finanzierung eines besonders nachhaltigen Projekts gleichzeitig Geld zu verdienen. Der Vorteil für den*die Gebende*n? Er*sie kann transparent, direkt und verlässlich nachvollziehen, was mit dem Geld gemacht wird.

Der Vorteil für die bunte butze dabei ist, dass das Geld nicht über eine Bank geht, sondern direkt zum Projekt fließt. Das Darlehen ist also zweckgebunden und geht damit direkt und ausschließlich in die Finanzierung ökologisch nachhaltiger, sozialer und solidarischer Lebens- und Wohnformen und damit direkt in die Entwicklung zukunftsfähiger Gesellschafts- und Gemeinschaftskonzepte.
Die Rückzahlbedingungen können individuell verhandelt werden, es fallen keine finanziellen Nebenkosten an und die Mitfinanzierung ermöglicht, dass überhaupt ein Bankkredit zustande kommt.

 

Was sind Direktkredite?

Direktkredite sind Gelder, die von Privatpersonen oder Gruppen (z. B. Vereinen) in Form von Nachrangdarlehen gegeben werden. Das bedeutet, dass zunächst – im Falle einer Insolvenz – allen anderen Glübigern zuerst ihre eingegebenen Gelder zurückgezahlt werden müssen. Zum Schutz des Projekts ist es auch so, dass die Aus-/Rückzahlung der Nachrandkredite nicht erfolgen kann, solange die bunte butze sonst in die Zahlungsunfähigkeit rutschen würde. Im schlimmsten Fall kann es bedeuten, dass ein Nachrangdarlehen gar nicht zurückgezahlt werden kann. Das ist aber sehr unwahrscheinlich.

Dagegen spricht, dass mit Kauf und Sanierung (und spätestens mit Mietbeginn im Haus) die finanziellen Sicherheiten durch Einnahmen steigen und auch das Projekt durch Verankerung im Stadtteil sowie steigenden Bekanntheitsgrad immer andere Möglichkeiten der Weiterfinanzierung finden kann. Das gesamte Hauskonzept ist bereits – im Rahmen des Kreditantrags – von einer Bank auf Erfolgswahrscheinlichkeit geprüft worden – und hat bestanden. Die Kalkulation kann also grundsätzlich als realistisch bewertet werden. Zuletzt verpflichten wir uns, den Kreditgebenden regelmäßig Einblick in den aktuellen Stand des Projekts zu geben und bei Bedarf persönlich auf Fragen zu reagieren.

Wie funktioniert das denn genau?

Zwischen Kreditgeber*in und der bunte butze GmbH (später: Genossenschaft) wird dazu ein Vertrag abgeschlossen, in dem Kreditsumme, Verzinsung, Kündigungsfrist und ggf. Laufzeit festgelegt werden. Alle anfallenden (Zins-)Kosten trägt das Projekt. Durch klare Regelung der Kreditbedingungen und unsere Selbstverwaltung bleiben die Verwaltungskosten niedrig.

Mitwohnen

Selbstverständlich werden in der bunten butze mehr Menschen wohnen als Mitglieder des butzeKerns sind. Wer in der bunten butze leben möchte, sollte sich intensiv und ernsthaft mit damit befassen, welche Vorstellungen und Erwartungen er*sie an gemeinschaftliches Leben, Entwickeln und Entscheiden hat. Mieter*innen der bunten butze treten vor ihrem Einzug dem bunte butze Verein bei. Damit werden sie Teil der Eigentümer*innenstruktur und haben Mitgestaltungsrechte und -pflichten.Erst so wird und bleibt die bunte butze ein lebendiges Projekt Vieler.