butzeKern

philosophie

FAQ

blog

easteregg

mitfinanzieren

mitarbeiten

mitmieten

vertrag generieren

butzeKern

philosophie

FAQ

blog

die bunte butze ist kampfmittelerprobt

1. Juli 2021

Von unserem besonderen System der Wasserwiederverwendung und Erdwärmenutzung haben wir schon einmal kurz berichtet (Beitrag vom 15.03.2021). Doch bislang war das lediglich Theorie und Plan. Jetzt ist es soweit – das Haus ist an den wesentlichen Stellen beräumt, Kellerräume entrümpelt, Planungen erstellt und Bauvorhaben bestätigt. Die Erdwärmebohrung ist genehmigt und die 8 Stellen auf dem Grundstück sind gefunden. Beide Aufgaben haben viel mehr Zeit zur Vorbereitung benötigt, als sich hier bei der kurzen Zeile liest. Der Antrag zur Bohrung war ein gutes Stück Arbeit und auch der Bewilligungsbescheid war 16 Seiten lang mit diversen Hinweisen auf weitere zu beachtende Gesetzmäßigkeiten und Regelungen, es bedurfte mehrerer Gespräche, Nacherläuterungen und einer Überarbeitung – die Borlochplanung gelang nur mit detailliertem Lageplan und centimetergenauer Abmessungen. Denn die Bohrlöcher müssen im Zentrum eines Kreises von 6m Radius liegen, nicht weniger, nicht mehr. Und Abstand heißt dann – nicht nur unter Coronabedingungen – Abstand zu allem: Abstand zum Nachbarn, Abstand zu Strom-, Wasser und Technikleitungen, Abstand der Bohrungen untereinander – und genauso natürlich Abstand zu unserem tollen großen Ahorn in der Annastraße, dessen Wurzeln auch nicht beschädigt werden sollen.

Bevor allerdings die Erdwärmebohrungen durch Gehweg, Erde und Gestein mächtige 100 (ein-hundert!) Meter tief gesetzt werden dürfen, ist eine Kampfmittelerprobung gesetzlich vorgeschrieben. Das gilt nicht immer überall, in Stadtfeld Ost allerdings ist durch die Bebauungsart die Gefahr groß, noch auf Blindgänger zu stoßen. Deshalb passiert jetzt etwas Spannendes: an den Stellen der Bohrungen werden zunächst kleinere Löcher gebohrt. Auch nicht bis in 100 Meter Tiefe, sondern lediglich 6 Meter tief. Die 6 scheint hier unsere magische Zahl zu sein! Dort hinein wird die Umgebung per Sonde geprüft auf Blindgänger aus dem 2. Weltkrieg. Erst wenn die Bohrlöcher als sicher markiert werden, dürfen wir die 100 Meter angehen.

Unser Glück, dass wir tolle Nachbarn haben! Die Firma MDK und mit ihrem Sitz in der Gerhart-Hauptmann-Straße ist Dienstleister in genau diesem Arbeitsbereich und unterstützt die bunte butze nicht nur tatkräftig, sondern auch finanziell, indem sie uns die Prüfbohrungen zum Materialkostenpreis schenken. Ein großer Dank an dieser Stelle an unseren Nachbarn!

 

(Fotos: Julian Mandernach)

Und in der Zwischenzeit können wir auch sagen: die bunte butze ist kampfmittelerprobt! Alle Bohrlöcher sind freigegeben und unsere Erdwärmezapfanlage kann kommen. Die Wärmepumpe selbst (sie kommt zu uns aus der Schweiz) nimmt dann die Wärme in 100m Tiefe auf und transportiert sie in den Keller – wir wissen jetzt auch, dass unsere drei Kessel dort jeweils 1.000Liter fassen werden.

Und die coolste Fähigkeit unserer Wärmepumpe haben wir noch gar nicht verraten.
Die Pumpe kann nämlich nicht nur wärmen, sondern auch kühlen. Für ein Haus, das einen erhöhten Kühlbedarf hat (bei uns durch den Unverpacktladen = ein Lebensmittelgeschäft) ist dies – vor allem im Sommer – sehr interessant. Über die Flächenheizungen kann so die Temperatur in jedem Raum bis zu 4°C verringert werden. Überschüssige Wärme wird dabei den Räumen entzogen und ins Erdreich abgeführt – und kühlt damit umweltschonend. Bei dieser Kühlung ist die Wärmepumpe bis auf Regelung und Umwälzpumpen ausgeschaltet, der Stromverbrauch wird extrem gering – außerdem können die tiefen Erdschichten in der Zeit sich regenerieren.