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Zero Waste auch in der Sanierung

06. Juni 2021

Die bunte butze versteht sich von Anfang an als ein Projekt mehrerer und vor allem verschiedener Menschen, die alle ihre Fähigkeiten mit einbringen (können).Die Grundüberzeugung des Losen LebensMittelPunkts, möglichst wenig Müll anfallen zu lassen, beschäftigt und daher auch bei der Konzeptumsetzung der bunten butze. Zero Waste im Baubetrieb? Sarah würde an dieser Stelle jetzt bekräftigen, dass es nicht darum geht, von Anfang an perfekt zu sein, keinerlei Müll mehr anfallen zu lassen, sondern dass “Zero Waste” auch dafür steht, mit kleinen Schritten anzufangen.

Neben dem Anspruch, die Sanierung nachhaltig und vor allem schadstofffrei umzusetzen, beschäftigte den butzeKern also auch die Frage, wie möglichst wenig verschwendet oder anders: wie Altes für Neues genutzt werden kann.  Die Idee war ja, eine bestehende Immobilie durch Verbesserung zu wertschätzen, ohne jedoch die Aufwertung zu einem Luxus für Wenige werden zu lassen. Dieser Grundsatz machte nötig, dass der butzeKern und Helfende vor Sanierungsbeginn unbedingt selbst Hand anlegten, um die bestehende Substanz wo möglich zu retten. Von Dielen bis Dämmmaterial haben wir erste Stichworte des butze-Zero-Waste-Alphabet aufgerufen.

Nun geht es langsam ans Eingemachte auf der Seite der Annastraße. Damit Ernas Loser LebensMittelPunkt später auch für das gesamte Sortiment in der bunten butze Platz findet, mussten Durchbrüche geschlagen, Stahlträger eingesetzt, Schutt beseitigt und Räume bereinigt werden.

Sarah (“Frau Erna”) und Maria waren tatkräftig im Bereich Baumaterialwiederverwertung dabei.

“Das ist schon ein gutes Gefühl, den eigenen Laden mit vorbereiten zu können. Ich kenne mich wenig aus mit Abrissen und habe auch noch nie einen Schlagbohrhammer in der Hand gehalten, geschweige denn einen Stahlträger  in so eine schmale Passform einer Wand bugsiert. Die kleinen Arbeiten, die bei denen ich den Ablauf nicht störe und auch nichts kaputt machen kann, da fühle ich mich wohler bei. Da ziehe ich richtig Kraft raus, wenn ich mal zwischen Diensten im Laden für 2, 3 Stunden in der bunten butze Schutt räumen oder auch mal Steine abklopfen kann. Aber das Schutt räumen ist schon die coolere Arbeit – vielleicht auch, weil am Ende der Raum immer gefegt ist und ich mir schnell vorstellen kann, wie dann bald nur noch der Boden kommt, Wände verputzt werden und wir dann schon unsere Regale einbauen können.” (Sarah)

Maria, gelernte Architektin, ist da natürlich erfahrener und spricht über andere Eindrücke:

“Es ist großartig, wenn alte Baustoffe wiederverwendet werden. Das Material verliert kaum an Wert bei Abbruch und Wiederaufbereitung, der personelle Aufwand scheint jedoch zunächst höher. Aber nur scheinbar – denn die Energie und Personenkraft, die gebraucht werden würde, um neue Ziegel herzustellen, ist eigentlich deutlich höher. Nur, da das Abklopfen des alten Mörtels in Handarbeit erfolgt, dich im Bereich der Materialherstellung eher unüblich ist, ergibt sich der Eindruck. Als nachhaltiges Wirtschaften im Baubereich ist die Wiederverwendung auf jeden Fall zu bevorzugen und ich will jedem die Scheu nehmen: alte Ziegel sind nicht weniger wert, nicht weniger haltbar, nicht weniger geeignet. Und so ganz privat: ich finde es immer spannend, anhand von altem Baumaterial etwas zu lernen über die Baustoffe, Arbeitsmethoden und Verarbeitungsweisen früherer Bauherren oder Gewerke: bei zerbrechenden Ziegeln sind manchmal die einzelnen Schichten des verwendeten Lehms sichtbar – super spannend.” (Maria)

Insgesamt sollen in der bunten butze knapp 1.300 Steine wiederverwendet werden. Falk schrieb im Chat eines Messengerdienstes:

“Übrigens haben wir gestern und heute 300 Steine wieder fit gemacht, welche nächste Woche vermauert werden. Fast tausend werden wohl noch gebraucht. So wird für den Ladenbau nicht ein neuer Stein gekauft und größtenteils auf Trockenbau verzichtet.” (Falk)

Es ist ein erster Versuch – Zero Waste in der Sanierung.