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Grauwasser ist gar nicht so grau!

08. März 2021

Der Anspruch der bunten butze ist es ja, nicht nur ein Wohn- und Gewerbehaus zu sanieren, sondern dies mittelfristig CO2- und damit klimaneutral zu umzusetzen. Von Beginn an also stand die Frage im Raum, welche Maßnahmen wir umsetzen (und auch uns leisten können!), um unser Ziel zu erreichen.

Eine ganz schön große Herausforderung! Musste doch der butzeKern immer wieder in Rücksprache mit Architekten, möglichen Bauleitungen und Beratenden für Fördermittel treten, um ein machbares Gesamtkonzept zu erarbeiten. Jedes Gespräch brachte neue Kenntnisse und machte Entscheidungen schwerer. Vor allem dann, wenn die verschiedenen Beteiligten verschiedene Meinungen hatten. Ganz besonders oft hörte der butzeKern von Beratenden: “Macht das nicht, das ist viel zu teuer.”

Aber in den Gesellschafter*innenversammlungen bestärkten wir uns gegenseitig: nicht die günstigste Sanierung ist für uns die wünschenswerteste, sondern diejenige, die das nachhaltigste Gesamtkonzept birgt – und trotzdem förderwürdig  bleibt. Denn auf unterstützende Kredite und ergänzende Finanzierungen ist die bunte butze angewiesen.

Besonders glücklich sind wir mit der Grauwasseranlage als Teil eines nachhaltigen Wasser- und Wärmekonzepts. Dessen Wirkweise hat uns unser Brain Falk in einer Gesellschafter*innenversammlung mit einer schnellen Zeichnung erklärt, die wir euch nicht vorenthalten wollen:

Skizze des Wasser- und Wärmekonzepts (1)

Die bunte butze wird mit 8 Bohrungen à 100m Tiefe die Erdwärme anzapfen und mit Leitungen ins Hausinnere befördern.

Skizze des Wasser- und Wärmekonzepts (2)

Hier ist jetzt noch (rechte Seite) die Rede von 10 Bohrungen – das hat sich aber zwischenzeitlich auf 8 Bohrungen geändert. Statt 10 x 80m gehen wir nun auf 8 x 100m. Im Keller dann wird die Wärme mittels Wärmepumpe (WP) in die Wohnungen verteilt – und zwar an flächige Heizungen und in die Bäder. Dort nimmt jeweils eine weitere Wärmepumpe das 35° warme Wasser aus dem Keller auf und erzeugt 65° warmes Wasser für Dusche und Waschbecken. Warmwasser direkt an der Stelle des Verbrauchs zu erzeugen, verringert die Leitungsverluste und lässt sich wunderbar mit unserer Photovoltaikanlage kombinieren. Denn unser warmes Wasser wird erzeugt, wenn die Sonne scheint.

Skizze des Wasser- und Wärmekonzepts (3)

Jetzt kommen wir auch in der Skizze zur Grauwasseranlage. Weil die eben nicht grau, sondern mit ihrem Konzept hervorragend in die bunte butze passt, ist sie auch hier besonders bunt gestaltet. Der kleine Kreis in bunten Glitzereinhornfarben im Keller markiert den ersten Zulauf im Wasserzyklus: von dort wird das Wasser in die Wohnungen gepumpt zu Duschen, Badewannen und Waschbecken (in der schematischen Wohnung oben links im Bild). Deren Abwasser fließt im Keller in die Speicher der Grauwasseranlage [(G) und (W)]. Dort wird es biologisch vorgereinigt und dann mit einer Membranfilteranlage von allem befreit, was noch übrig ist. Grauwasser ist also sauberes Wasser, das nur nicht der Trinkwassernorm entspricht. Das gar nicht so graue Grauwasser wird dann wieder in die Wohnungen gepumpt, um dort für die Waschmaschine, für die Toilettenspülung, zum Blumengießen oder zum Fußbodenwischen genutzt. Erst dann geht das Abwasser (also unser Grauwasser) als echtes Abwasser in den allgemeinen Wasserkreislauf der kommunalen Anbieter zurück.

Der Sinn des Ganzen? Das ganze System spart wertvolles Trinkwasser und senkt die Nebenkosten erheblich. Die Investitionskosten für den Bau der Anlage und die Verrohrung im Haus sind nach weniger als 10 Jahren wieder aufgefangen. Ein Kubikmeter aufbereitetes Wasser braucht ca. 0,5 Kilowattstunden Strom, der bei uns aber bestenfalls von der Photovoltaikanlage auf dem Dach kommt. 

Unser Traum ist, die Werte der Anlage und die gesparte Menge Trinkwasser sichtbar zu machen – vielleicht auf einer digitalen Anzeige im Unverpacktladen. Wir hoffen so auch andere Menschen zu animieren, in eine solche Technik zu investieren. Und langfristig eine Aufmerksamkeit dafür zu schaffen, dass die Investition vielleicht zunächst teuer ist, aber der Gesamtnutzen für die Bewohner*innen und die Hausbetreibenden das alles wieder aufwiegt.