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Sind das Tiere da drunter?

Sind das Tiere da drunter?

Den zweiten Einblick in das konkrete Bauvorbereitungs- und Sanierungsgeschehen liefert und Julian mit einem kennenden Blick aus dem Bereich “Dielenentfernung”. Mit viel Fingerspitzengefühl ist er dabei vorgegangen – hin und wieder konnte der butzeKern dem Geschehen durch freudige Entwicklungsberichte oder Massagepausen für geschundene Hände folgen. Julians Ziel war es, die alten Dielen aus einer zukünftigen Küche möglichst schadfrei zu entfernen, damit sie an anderer Stelle in der bunten butze wieder eingesetzt werden können.

Nein. Gott sei Dank sind da keine Tiere unter den alten Dielen… Aber ein Dämmmaterial, das verdächtig danach aussieht.
Die Entfernung der Dielen hat mal besser und mal schlechter funktioniert. Wir sind aber guter Dinge, dass die Dielen ausreichen werden, um alle Löcher und kaputten Stellen im Dielenboden zu reparieren, der in vielen Räumen der Hans-Löscher-Str. erhalten bleiben soll. Nach dem Durchbruch, der ein ehemaliges Bad und ein ehemaliges Bad in eine zukünftige Küche verwandelte, lagen in der einen Hälfte des Raumes Fliesen und in der anderen Dielen. Mal schauen, welcher Boden es am Ende wird….

Warum wir nicht mit alten Socken dämmen.

Warum wir nicht mit alten Socken dämmen.

In den letzten Wochen haben wieder viele helfende Hände grob und fein zugepackt, um die Annastraße im Innenbereich in einen sanierungsfähigen Zustand zu versetzen. Der butzeKern war vor Ort, Freunde und Wahlverwandte, nicht wenige von ihnen sind durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit beim Technischen Hilfswerks grobe Aufräum- oder Aufbauarbeit gewohnt. Dank der Hilfe dieser Menschen verändert die bunte butze beständig ihre Gesicht – ohne jedoch, dass es die Öffentlichkeit wirklich bemerken könnte. Einige haben vielleicht die Baucontainer vor dem Haus wahrgenommen, die nie lange blieben und immer voll abtransportiert wurden. Auch der Lastkran Marke Eigenbau könnte aufmerksamen Passant*innen ins Auge gefallen sein. 

Um immer mal wieder einen Einblick in die Veränderungen zu geben, haben wir um kleine Schmankerl der Arbeitseinsätze gebeten. Falk liefert uns den Ersten:

Durchgangstüren waren bei Gründerzeithäusern ganz normal. Aber schon vor 60 Jahren hat man diese wieder geschlossen, um mehr Wohnfläche zu gewinnen. Damals war das Material knapp und teuer, was die Leute zu kreativem Bauen bewegt hat. Diese kreativen Schließungen müssen wir in der bunten butze leider entfernen und neu machen, weil der Zustand sehr schlecht ist. Als wir eine dieser Wände aufgemacht haben, fanden wir neben einigen Ausgaben der Volksstimme von 1961 auch zwei Paar bunte Socken. Beide Materialien dienten der Dämmung und dem Verschließen von Lücken. Nun kann man etwas darüber schmunzeln wie damals – aus der Not heraus – gebaut wurde. Aber wenn wir in das Jahr 2021 schauen, dann stellen wir doch Parallelen fest: Auch die Materialien, die wir für die bunte butze ausgesucht hatten, entsprechen vielleicht nicht dem Standard: so wurde von Anfang an mit einer Innendämmung aus einer Holzfaserplatte geplant, welche dann mit Lehm angeputzt wird. Explodierende Holzpreise und eine Starke Verknappung auf dem Weltmarkt jedoch ließen uns kurz vor Baubeginn nochmal umplanen. Die Platten sind derzeit zu teuer oder erst spät lieferbar und so setzen wir jetzt auf Stopfhanf aus der Uckermark und eine einfache Holzverschalung. Diese wird dann natürlich auch mit Lehm verputzt. Es sind zwar keine Socken und Zeitungen aber das Motto „Not macht erfinderisch“ gilt auch für uns bzw. unsere tollen kreativen und engagierten Handwerksbetrieben. HANFFASER Uckermark ist unser Partner in der Frage der Dämmung – ein herzlicher Dank an die Schnelligkeit und Verbindlichkeit, mit der wir zusammenkamen.

Annastraße – die Sanierung einer Historie

Dass die Annastraße vorerst noch weiter dunkel bleibt und keine temporären Mieter*innen einlädt, knabbert an uns und dem, was wir schaffen wollen. Aber derzeit führt noch kein Weg hinein in die Grundsubstanz – fehlende Heizung, fehlende adäquat nutzbare Badezimmer und Küchen, Abfall und veraltete Infrastruktur sind die namhaften Hindernisse.

Hin und wieder konnten wir schon die Räumlichkeiten nutzen, z.B. um uns mit anderen Hausprojekten auszutauschen, von ihren Erfahrungen zu lernen, produktive Kritik aufzunehmen und uns weiterzuentwickeln. Oder auch, um Interessierten einen Einblick in die architektonische Substanz und die Historie des Hauses zu geben – zuletzt im Rahmen des PARKing Day (18.09.2020, Schellheimer Platz), in dessen Kontext wir auch die beta-Version des ersten butzeHörstücks für einen kurzen Moment zugänglich machten. (Wer uns hier besuchte, konnte sich einhören in unsere Geschichte als butzeKern, unsere Ideen und in unseren Blick auf das Haus.)

Wer im Anschluss an das Hörstück uns begleitete auf einen eigenverantwortlichen Spaziergang durch die leerstehenden Wohnungen der Annastraße, erlebte aus der Nähe sowohl den aktuellen Zustand als auch die Historie des Gebäudes: der Charme der Nachtspeicheröfen in Kombination mit 1970er-Jahre-Lampen und verschiedenen Tapetesedimentschichten, das Taubenskelett auf dem Dachboden und die umfassende private Initative in Holzoptik im zweiten Stock. So spannend die Strukturen auf dieser Hausseite auch sind, um sich einzudenken in vergangene Zeiten oder um Ideen für dystopische Filme zu entwickeln: da wollten wir schnellstmöglich ran, um auch diese Hausseite fit zu machen für den Baubeginn. Getreu nach dem Motto: “alles, was du selbst getan, muss kein teurer Fachmann ran” akquirierte unser Held Falk aus seinem Freundeskreis insgesamt 20 Personen und innerhalb von 2 Wochenenden war die Hausseite entkernt. Unterstützt wurde das Team durch den butzeKern, der für Verpflegung und Erledigungen im Baumarkt sorgte.


Fotos: Julian Mandernach

Als wir davon sprachen, dass die Annastraße von Abfall und Schutt beräumt sowie von der veralteten Technik befreit werden müsse, erschien es uns völlig absurd, dass wir dafür mindestens zwei Bauschuttcontainer benötigen würden (Aussage von Falk). Doch es sollte anders kommen: 40 Kubikmeter und insgesamt vier volle große Bauschuttcontainer wurden es, die die Helfenden Hände unter kundiger Einweisung von Falk aus dem Hausteil schleppten. Da sich die meisten Teile noch im eingebauten Zustand befanden, wurde nicht nur getragen, sondern auch gehebelt, zertrümmert, gerissen und entkernt: alte Öfen wurden entfernt, Wachbecken, Toiletten und Badewannen herausgeholt, Keller beräumt, Müll entsorgt und Schutt sortiert. Jetzt ist alles raus, was von Laien erledigt werden kann – übrig bleiben Öfen, die eine Spezialfirma entsorgen muss sowie Gasrohre, Wasserrohre, die noch in einem weiteren Arbeitseinsatz entfernt werden.

Wichtig ist für die Bauvorbereitung, dass die Annastraße so leer und entkernt ist als nur irgend möglich. Denn dieser Hausteil wird zukünftig die neue Haustechnik beheimaten. Wärmepumpe, Kühltechnik und Grauwasseranlage brauchen einiges an Platz. Die Elektroinstallation zieht in den Keller der Hans-Löscher-Straße, wo dann auch die Technik für die Photovoltaikanlage einzieht.

Es ist ein wichtiger Schritt, dass die Annastraße soweit vorbereitet werden konnte. Sobald das organisatorisch im Lockdown möglich ist, können hier erste Innenausbaumaßnahmen gestartet werden, die eine Vorbereitung auf den Einzug des Unverpacktladens darstellen. Zusammen mit Frau Erna und Herrn Lose wurde in den vergangenen Wochen intensivst über den Grundrissen gebrütet, um zu knobeln, wie alle Ansprüche und Bedürfnisse für eine umfassende Verbesserung der Situation des Ladens herbei geführt werden könnten: wo kommt eine Anlieferzone hin, damit es nicht immer zu Kollisionen zwischen Kund*innen und Lieferant*innen kommt. Wo ist das Lager, welche Teil des Ladens (und seines Produktsortiments) gehören in die Annastraße und was gibt es dabei zu bedenken? Noch so viel zu tun! <3

…und es hörte nicht auf.

Wir wussten, dass ein Vorhaben dieser Größenordnung keine Sache von 2 Wochen, 5 Monaten oder 3 Jahren werden würde. Und doch sind es solche zeitlichen Dimensionen, die uns manchmal dazu verleiten, die notwendige Kleinschrittigkeit der Umsetzung zu vergessen. Manchmal wäre es schön, wenn mit der Idee, der Entwicklung eines Konzepts und mit dem vereinten “Ja” der Verantwortungsübernahme es dann getan wäre. So – wir haben unseren Beitrag zum gesellschaftlichen Miteinander getan – unsere Aufgaben ist das Visionieren. Das ist natürlich ein riesiger Trugschluss. Wäre es damit getan, könnte man sich auf den hirnigen Teil zurückziehen, sähe unsere Gesellschaft vielleicht schon ein bisschen anders aus.

Und, aber, auch: wir haben da etwas angefangen, das uns überragt.
Stehen 6 kleine Mäuse vor einem riesigen Kürbis und versuchen, ihn aufzufressen, denn sie wollen eigentlich vor allem an die Kürbiskerne ran. Sie knabbern und knabbern – und vergessen in ihrer Konzentration, dass sie eigentlich ins Innere des Kürbis vordringen wollten. Wenn sie nicht aufpassen, sind sie satt, bevor sie bei den Kernen angekommen sind.
So geht es uns zuweilen. Für uns alle ist es das Erste mal, uns einem solchen Vorhaben zu widmen – und zwar sowohl hinsichtlich des finanzielles Volumen, als auch hinsichtlich des benötigten Fachwissens. Der butzeKern aber trifft Entscheidungen und trägt die Verantwortung. Und manchmal verlieren wir uns in den Anforderungen. Manchmal müssen so viele Dinge gleichzeitig recherchiert, entschieden und vorbereitet werden, dass der Blick auf das Ziel und auf die aktuelle Situation verloren geht.

Dann sind es die konkreten Arbeitsaufträge, die uns wieder erden und mit der bunten butze tief im Kern verbinden.

Ein besonders markanter Wegstein war wohl die Entrümpelung beides Hausteile. Nachdem wir (dazu gibt es einen weiteren Post) uns einen ersten Gesamteindruck verschafft hatten und dabei bereits erste aktionistische Handgriffe getätigt hatten, stand am 31.05.2020 der große Sperrmüll an. Mindestens vier Haushalte hatten zum gleichen Termin, an einer Adresse Sperrmüll angemeldet, die nicht ihrem Wohnort entsprach. 13 Kubikmeter hätten zusammenkommen dürfen. Wir haben nach einem wilden, körperlich anstrengenden Tag des Demontierens, Schleppens und manchmal auch Zerstörens nicht mehr nachgemessen. Die Ausmaße waren für uns auch so erfahrbar – körperlich wie visuell.

Immer dann, wenn uns die Phrase “wie wollen wir leben?” zu entgleiten scheint, spätestens am nächsten Morgen steht wieder ein Arbeitseinsatz bevor. Die geplante Zwischenvermietung konnte nicht gelingen ohne die Instandsetzung aller Boiler, Abflüsse, Toiletten, Fenster, Heizungen, Türen und Ausstattungen in den Zimmern. Schließlich wollten wir die einzelnen Zimmer der butze so niedrigschwellig wie möglich zur Verfügung stellen. Nachdem also nach und nach elektrische Geräte professionell geprüft und zuvor manchmal improvisierend, manchmal das Maximum an möglicher Professionalität erreichend wieder installiert waren, fehlte aber immer noch die Ausstattung mit Möbeln und Atmosphäre. Zwischendrin stand der butzeKern zweimal auf dem Lokalmarkt, um Einblick in unser Vorhaben und auch (kritischen) Fragen Antwort zu geben.

Wann immer wir also zwischen Mails, behördlichen Briefen, dem Hin und Her mit Architekten, butzeKern und weiteren Berater*innen den Boden zu verlieren glauben, führt uns die bunte butze selbstständig wieder zurück an den Ausgangspunkt – zu ihr. Aber auch: wann immer wir glauben, eine Sache nun aber einmal abschließend und umfassend bearbeitet zu haben und umfassend vorbereitet zu sein – immer dann überrascht uns dieses Haus und unser Vorhaben mit neuen Aufgaben und Herausforderungen.

Eine Frage der Aufmerksamkeit.

Manche Vorhaben gelingen durch eigene Anstrengung und allein. Für andere bedarf es Ausdauer und Mut (das sagt übrigens Albert Einstein ganz wunderbar). Dieses Projekt aber braucht nicht nur Ausdauer, Mut und Anstrengungen – sondern vor allem ein Netzwerk an Unterstützer*innen und eine ausreichende Portion Aufmerksamkeit. Einen ersten Erfolg konnten wir verzeichnen, nachdem wir im Gespräch mit einem Redakteur genügend Interesse schüren konnten für einen ganzen Artikel in der Volksstimme und dessen Abdruck im Stadtteilmagazin Stadtfeld Ost. Für diese Wahrnehmung und die damit einhergehenden Reaktionen möchten wir uns herzlich bedanken. Sie zeigen uns, an welchen Stellen wir als butzeKern und Team weiter wachsen können und sollen, wohin sich das Projekt insgesamt entwickeln kann – wenn wir die richtigen Menschen zusammenbringen.

 

Auch im Rahmen der Lokalmarktinitiative von der Biohöfegemeinschaft durften wir das Projekt genauer vorstellen. Am 28.05. und direkt nochmal am 11.06.2020 waren wir daher mit einem Stand Marke Eigenbau unperfekt auf dem Schellheimer Platz, um sowohl Interessierten als auch möglichen Kritiker*innen Auskunft zu geben. Der butzeKern war an beiden Tagen jeweils in intensiven und gründlichen Gesprächen, die sich in der Bandbreite von “Seid ihr Teil der Gentrifizierung?” und “Wie funktioniert das mit den Direktkrediten genau – wer zahlt wann aus und hat welche Rechte?” bewegten. Wir hoffen, auch weiterhin auf dem LoMa vertreten sein zu können, um auch “offline” immer mal wieder Einblick in den aktuellen Stand der Dinge geben zu können und ansprechbar zu bleiben.

 

Und zuletzt: Da wir wissen, dass Projekte jeder Art immer auch die Unterstützung öffentlicher Behörden, politischer Verantwortungsträger und Fachexpertise braucht, sind wir zugleich einen Schritt weitergegangen und haben auch die Stadtratsfraktionen auf unser Vorhaben aufmerksam gemacht. Eine Fraktion hat uns nun eingeladen, das Projekt vorzustellen. Wir freuen uns schon sehr darauf, Verantwortliche von GRÜNE/future! Magdeburg in Kürze durch das Haus zu führen und Einblick in das Konzept, die Planung und aktuelle Umsetzungsschritte zu geben.

 

Wir sind gespannt, welche Wege zur Aktivierung von Aufmerksamkeit  wir auch in Zukunft noch gehen werden. Dieser Blog, unser Instagramprofil und die beinahe tägliche Arbeit auf Facebook geben hoffentlich bis dahin ausreichend Stoff zur Information. Und wenn es eben nicht ausreicht, freut sich der butzeKern über Fragen. Vielleicht machen wir ja dann ein neues FAQ dazu.

GmbH, Verein, Genossenschaft, Gemeinnützigkeit?

Lange haben wir darüber gesprochen, in welcher Rechtsform wir die bunte butze am besten zum Leben erwecken könnten. Schnell war für den butzeKern klar, dass wir alle kein Geld damit machen wollen, dass es uns nicht um Profite geht. Eine mögliche Gemeinützigkeit stand im Raum – aber wir verwarfen sie. Zu viele Dinge, die wir hätten beachten müssen – zu viel, was unsere Ideen vielleicht einschränken könnte, wenn es später darum gehen sollte, Mittel anzusparen für verrückte Folgeprojekte. Denn bei der Gemeinnützigkeit müssten wir ja regelmäßig nachweisen, dass wir für alle offen sind, keine eigennützigen Zwecke verfolgen, keinen Gewinn erwirtschaften oder wenn, dann schnell wieder zweckgebunden verbrauchen. Das ist zwar auch das Ziel – aber wir wollen ja nicht maßgeblich verwalten, sondern auch die Möglichkeit nutzen, den kreativen Fluss des Machbaren immer weiter zu befüllen.

Dann lief uns die Genossenschaft über den Weg. Verschiedene Expert*innen wurden befragt und es hieß: “Kneift’s euch, das kostet jährlich Geld, die Genossenschaft aufrecht zu erhalten und euer Finanzvolumen ist eigentlich zu klein, als dass sich eine Genossenschaft lohnen würde.” Von den Expert*innen ließen wir uns leiten und entschieden uns für die Konstruktion:

GmbH + Verein

Beides in Kombination ist das, was uns die größte Freiheit, die größte Absicherung und die besten Form der Mitbestimmung, Selbstverwaltung und Mitwirkung aller Nutzenden und Beteiligten ermöglicht. Gemeinschaftlich soll nicht nur das (dann sanierte) Eigentum, sondern auch dessen Entwicklung unterstützt werden.

Eine GmbH, also eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, hilft, dass der bunteKern nicht (in jedem Fall) mit dem privaten Vermögen haftet, sollte das Projekt der bunten butze scheitern. Wir haben einen Großteil unserer privaten Rücklagen zusammengeworfen, um den Eigenanteil der GmbH zu finanzieren. Die GmbH kauft nun auch das Haus, nicht der butzeKern privat. Damit gehört das Haus (nun ja, bis der Kredit abbezahlt ist, der GLS Bank, dann aber) der Rechtsform, in keinem Fall den Einzelpersonen. Um unseren Anspruch sozialen Besitzes auszudrücken, steht bereits im Gesellschaftervertrag, dass wir mit dem Betrieb und der Verwaltung der bunten butze keinen (privaten) Gewinn anstreben, sondern mit der GmbH für Erhalt, Sanierung und Entwicklung der Immobilie einstehen. Ein Teil unseres Gesellschaftervertrags lautet daher:

“Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb von Grundbesitz an Häusern und Grundstücken zur sozialgebundenen Vermietung und Verwaltung in Selbstorganisation mit dem altruistischen Ziel, sozialverträgliche Mieten in den erworbenen Objekten langfristig und generationenübergreifend sowie unabhängig von dem an Wertsteigerung der Immobilien orientierten Immobilienmarkt zu garantieren und den Mieter*innen darüber hinaus die Selbstorganisation ihres Wohnraumes zu ermöglichen. Eine Vermögensbildung, welche die nötigen Mittel zur Realisierung des angestrebten Unternehmensgegenstandes überschreitet, wird ebenso wie eine private Vermögensbildung ausdrücklich nicht angestrebt.”

Da der butzeKern sich in allen Angelegenheiten um Transparenz bemüht, war uns die konkrete Ausformulierung im GmbH Vertrag als Grundlage aller Arbeit besonders wichtig. Ein bisschen haderten wir damit, nicht eine Genossenschaft gründen zu können – unserer Meinung nach hätte sie noch eher unsere Absicht wirklich in eine Rechtsform gegossen. Denn in einer Genossenschaft sind schon bereits vom juristischen Standpunkt betrachtet, alle Beteiligten auch Verantwortliche und gleichberechtigt.

Da für uns alle jedoch die bunte butze das erste Projekt dieser Größenordnung und dieses Bereichs (Sanieren, Bauen, Kaufen) war, beließen wir es dabei und vertrauten auf die Beratungen von verschiedenen Stellen. Die GmbH mit diesem konkreten Statement im Gesellschaftervertrag sowie unsere Absicht der Vereinsgründung für alle Nutzenden, musste genügen. Schon zu viele Tage und Wochen waren verstrichen durch die Beratungen und die Verhandlungen im butzeKern – der Eigentümer verlangte nun konkrete Handlungen. Nach der Entscheidung für die GmbH, besuchte der butzeKern zwei Fachanwälte, um die Gesellschafter*innenvertragsgestaltung und die gesamte Organisations- und Entscheidungsstruktur rechtlich abklopfen zu lassen. Der Vertrag ging hin und her, die persönlichen Unterlagen aller zukünftiger Gesellschafter*innen wurden kopiert, gebündelt und an einen Notar übermittelt.

Nun, am 30. Januar 2020 ist es endlich soweit – der butzeKern trifft sich in der Hegelstraße, vis-à-vis mit der Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt und der Milchkuranstalt, um eine offizielle juristische Person notariell beglaubigen zu lassen. Im Anschluss brauchen wir schnellstmöglich ein Bankkonto, auf das dann die Einlagen aller Gesellschafter*innen überwiesen werden. Erst danach können wir beim Registeramt offiziell eingetragen werden. Auch das wird noch mindestens weitere sechs Wochen dauern.

UND DANN! – kann es richtig losgehen.
Dann steht der Bankkreditvertrag an, kann das Haus gekauft werden, der Grundbucheintrag vorgenommen werden, dürfen die Gesellschafter*innen nach weiteren Wochen Wartens auch offiziell Geschäfte für die bunte butze angehen.

PS: Nachdem wir am 30. Januar 2020 beim Notar unsere GmbH zur Beglaubigung angemeldet haben, erhielten wir die Informationen, dass die Genossenschaft doch nicht so nachteilsbelastet wäre, wie wir dachten oder wie wir beraten wurden… Auch diese Frage der Rechtsform wird uns also weiter beschäftigen.